Gedanken zum Schweizer Nationalfeiertag – 1. August

Vom ehemaligen deutschen Bundespräsidenen Richard von Weizäcker stammt die Aussage: Patriotismus ist die Liebe zu den Seinen; Nationalismus ist Hass auf die anderen.»

Beides erleben wir auf der Bühne des Weltgeschehens auch in der Gegenwart. Gleichzeitig wird sie wieder allenthalben beschworen und gerühmt in Reden und Artikeln zum Nationalfeiertag: die Freiheit der Eidgenossinnen und Eidgenossen. Dabei geht die Spannweite der Deutungsversuch für die Freiheit von der Abgrenzung bzw. Abschottung gegen jemandem oder etwas bis hin zu den vielfältigen Arten von Beziehungen zu anderen. Eine Spannweite, die lebenswichtige Pole für das Leben Einzelner wie ganzer Gemeinschaften markiert. Zum einen sichere Grenzen, die das Miteinander bewahren und ermöglichen. Hier kommen Werte wie demokratische Mitbestimmung, Solidarität zwischen den Generationen oder persönliche Gestaltungsfreiheit zur Geltung.
Damit sich diese «Liebe zu den Seinen» nicht in Hass und Abwehr gegen Fremdes verwandelt, braucht es neben der Freiheit «von» auch jene «für». Die Freiheit für internationale Solidarität und Verbundenheit, für das Vertrauen und den Mut, Neues anzupacken und für die wohlwollende Toleranz gegenüber Andersartigen. Zu beidem sind wir ermächtigt und aufgefordert als Schweizerinnen und Schweizer. Wir sind es im Vertrauen auf DEN, zu Dem wir uns in der Präambel der Bundesverfassung bekennen – «im Namen Gottes, des Allmächtigen».

Herzlichen laden wir zum Gottesdienst am Samstag, 1. Aug. um 18.00 Uhr in die St. Antoniuskirche ein.

Markus Merz, Vikar                                                                                                   31. Juli 2020