Mini-Familien-Wallfahrt nach Assisi

Unsere erste Ministranten-Familien-Wallfahrt, der Pfarrei St. Antonius führte uns über La Verna und Gubbio bis nach Assisi, das in der Region Umbrien liegt. Die Reise startete  mit insgesamt 40 Teilnehmern am Sonntag 6. Oktober 2019 mit einem feinen Nachtessen für alle grossen und kleinen Pilger, im Saal des Pfarreizentrums. Nach einer kleinen Einstimmung in das Leben des Heiligen Franziskus, folgte eine Andacht mit einem Reisesegen. Bei strömendem Regen wurde das Gepäck in der Car verladen, dann konnte unsere Nachtfahrt Richtung La Verna losgehen.

Am nächsten Morgen waren alle froh und erleichtert, als wir das hochgelegene Kloster auf dem Berg in La Verna erreichten. Das Kloster entstand um eine Einsiedelei, in der sich Franziskus oft mit seinen Gefährten aufhielt. An diesem Ort soll Franziskus 1224 die Wundmale Christi empfangen haben. Unsere Pilger wurden in ihren Familien auf eine „Kloster-Rallye“ geschickt, gemeinsam haben Sie einzelne Kapellen aufgesucht, nach Bildern oder Gegenständen gesucht und sie dann fotografiert. Die Gruppe fühlte sich in La Verna willkommen, an einem Ort der Stille und des Rückzugs. Um die Mittagszeit fanden wir uns alle im grossen Speisesaal ein, wo eine grosse bunte Schar von Pilgern gemeinsam das gut zubereitete Mittagessen genoss.

„Laudato Si – für unsere Schwester Sonne“, die uns am Nachmittag in Empfang nahm, was ein Teil der Gruppe dazu veranlasste, den Berg ein Stück zu Fuss herunterzusteigen. Unser Carchauffeur Alois sammelte die Pilger unterwegs wieder ein.

 

Um 16.00 Uhr trafen wir in Gubbio ein. Die Zimmerverteilung verlief schnell und unkompliziert. Die Zeit zur freien Verfügung wurde unterschiedlich genutzt, zum Ausruhen, frisch machen und/oder zu einem Spaziergang in die Stadt. Nach einem feinen Znacht schauten wir, wie jeden Abend, unseren Tag noch mal gemeinsam an.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem feinen „Zmorgen“ gestärkt auf zur Kirche „Santa Maria in Vittorina“ wo wir eine wunderschöne Bronze-Statue vom Franziskus und Wolf anschauten. Wir hörten die Geschichte vom ‚Wolf von Gubbio‘ und nahmen diese zum Anlass, der Frage nach dem Frieden in unserer Welt, in unseren Familien nachzugehen. Nach einem spontanen kurzen Bummel über den Markt in Gubbio, fuhren wir mit der „Korbseilbahn“ hoch auf den Berg S. Ubaldo. Die Aussicht über die Stadt Gubbio war grossartig. Nach einer kurzen Führung durch Claudio Cimaschi pilgerten wir zu Fuss zurück in die Stadt. Im Restaurant „Il Berghello“ genossen wir einen wunderbaren Pizzaplausch. Nach dem Mittagessen absolvierten alle Familien das „Brunnenritual“, sie erhielten dafür das sogenannte „Patente da Matto“ (das ‚Spinner‘-Diplom) rannten doch alle Familienmitglieder dreimal um den Brunnen und bespritzten alle anderen Pilger „patschnass“. Die Stimmung war ausgelassen, es wurde gekreischt und gelacht. „Laudato Si – für unsere Schwester Wasser

Jetzt machten wir uns auf nach Assisi, das nur ca. eine Stunde entfernt war. Alle Pilger marschierten die letzten Kilometer zu Fuss bis nach Assisi. Die Zeit in Assisi verging wie im Flug. Wir besuchten viele Kirchen unter anderem die Basilika San Francesco, die  Basilika Santa Maria del Angeli mit der ‚Porziuncola‘, die Kathedrale S. Rufino von Assisi (wo Francesco und Chiara getauft wurden) und den Ort, wo einst das Elternhaus stand und Franz von Stadtführung, mit unserem Diakon und Pfarreileiter Claudio Assisi seine Jugendzeit verbrachte. Bei einerCimaschi, konnten die Pilger die Stadt gut kennenlernen. Ein Höhepunkt unserer Wallfahrt war die Abend-Vesper im kleinen Kloster San Damiano, eine spirituelle Erfahrung in einer unvergesslichen „himmlischen“ Atmosphäre.

Eine gute Wegstunde von Assisi entfernt liegt das „Eremo delle Carceri“ auf knapp 800m ü. M., die Anfänge des kleinen Bergklosters reichen ins 11. Jahrhundert zurück. ‚Eremo‘ leitet sich vom griechischen Wort für „Wüste“ ab, die seit antiker Zeit von „Eremiten“ aufgesucht wird, und „Carceri“ (Kerker) verspricht da grösste Einsamkeit. Hier konnten wir den Geist und den Frieden dieses Ortes erleben und spüren. Das Eremo öffnete den Blick aus der Stille in die Welt. Wir feierten gemeinsam eine Wortgottesfeier und dankten Gott für das Erlebte. Am nahgelegenen Wald-Picknickplatz assen wir gemeinsam Znacht, sangen, spielten und pilgerten mit Fackeln zurück nach Assisi.

Eine Woche auf den Spuren des Heiligen Franziskus pilgern, liess uns nach Hause zurückkehren mit einem Rucksack voller besinnlicher Stunden, vielen schönen Eindrücken, glücklichen Momenten, guten Begegnungen und geheimnisvollen „Mitbringsel“ für die  Heimgebliebenen.
„Laudato Si- für alle Geschöpfe dieser Erde“

Pace e bene!

Gisela Regenscheit, Mini-Präses Pfarrei St. Antonius