Die “Walliseller” Glocke hängt im Dietliker Turm

50 Jahre(!) lang haben die Dietliker Katholiken auf ihren Kirchturm warten müssen ! Nun ist er fertig gebaut und am Samstag, 4. Juli, kamen auch die vier neu gegossenen Glocken in Dietlikon an, auf zwei blumengeschmückten Wagen, die von fünf Pferden von Wangen aus durch die Dörfer gezogen wurden.

  

In Brüttisellen gesellte sich Diakon Claudio Cimaschi zum Umzug hinzu und liess es sich trotz des beachtlichen Tempos der Pferdegespanne nicht nehmen, diese den Rest des Weges zu Fuss zu begleiten. „Denn schliesslich ist auch eine „Walliseller Glocke dabei“, erklärt der Pfarreileiter: Die Stiftung St. Antonius hat ihrer „Schwester-Pfarrei“ eine der vier Glocken zum 50-Jahr-Jubiläum geschenkt.

Vor Ort wurde ihre Ankunft von über 500 Menschen erwartet, die alle gemäss der geltenden Covid-19-Verordnung registriert und vorbildlich mit Gesichtsmasken ausgerüstet waren. Ein Moment, den viele Angehörige der Pfarrei St. Michael sehnsüchtig erwartet hatten. „Denn eine Kirche ohne Kirchturm ist einfach nicht komplett, ebenso ein Gottesdienst ohne Glockenklänge“, sagte Gemeindeleiter Reto Häfliger. Pfarreiadministrator Luis Capilla sprach ein Gebet und segnete anschliessend die vier Glocken, die nun nur noch einen kurzen, aber spektakulären Weg vor sich hatten: hinauf auf den neuen, 18 Meter hohen, freistehenden  Turm aus Sichtbeton.

 

Seit dem Mittelalter ist es Brauch, dass die Jugend aus dem Dorf, die Zukunft jeder Pfarrei, für den Aufzug der Glocken besorgt ist. Für diese ehrenvolle Aufgabe standen rund 100 Kinder und Jugendliche aus Wangen, Brüttisellen und Dietlikon bereit. In Gruppen von jeweils rund 30 Kindern zogen sie solange an einem Seil, das über einen Flaschenzug geführt wurde, bis die vier mit bunten Blumenkränzen geschmückten Glocken eine nach dem anderen an ihrem Bestimmungsort im Glockenstuhl angelangt waren.

   

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