Orgelführungen und Neujahrskonzert am Sonntag, 8. Januar

Die Orgel der katholischen Kirche St. Antonius ist ein ganz besonderes Instrument, das weit über Wallisellen hinaus bekannt ist. Wer einmal einen Blick auf ihr Innenleben werfen und den 2004 Pfeifen selber einen Ton entlocken möchte, kann das am 8. Januar im Rahmen einer Führung. Am Abend findet dann das Neujahrskonzert mit Orgelsolist Tobias Willi statt

Die St. Antoniuskirche stammt aus dem Jahr 1958, die damals eingebaute Orgel wurde 2012 ersetzt. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren beauftrage die Kirchgemeinde den renommierten Orgelbauer Kuhn aus Männedorf mit dem Bau einer neuen Orgel.

Das Resultat war ein modernes Instrument, dessen Klangkonzept sich auf die heutige Musizierpraxis mit ihren vielfältigen Aufgaben in Gottesdienst und Konzert stützt. Klang und Vielfalt der Orgel überzeugen nicht nur die Wallisellerinnen und Walliseller sondern auch externe Organisten, wie Frédéric Champion oder Andreas Jost, der Orgelprofessor und Organist des Grossmünsters, die Ende des vergangenen Jahres Konzerte zum 10-Jahr-Jubiläum der Orgel spielten.

Liebe auf den ersten Tastenschlag

Auch für die preisgekrönte Kirchenmusikerin Tatiana Baumann Radkewitsch, die seit 2019 Organistin der katholischen Kirche St. Antonius ist, war es sozusagen Liebe auf den ersten Tastenanschlag. „Als ich das erste Mal auf ihr spielte, verliebte ich mich sofort in diese Orgel“ erinnerte sie sich. Das Instrument war ausschlaggebend dafür, dass sich die mehrfach preisgekrönte Musikerin für die Stelle in Wallisellen entschied, obwohl sie noch andere in Aussicht hatte.

Kindern und Jugendlichen zeigt Tatiana Baumann Radkewitsch jeden Frühling die Orgel im Rahmen einer Entdeckungsreise durch die Pfarrei. „Begeisterung und Interesse sind jeweils so gross, das ich nun erstmals öffentlich Orgelführungen für alle anbieten möchte“, sagt die Vollblut-Musikerin.

Drei Führungen und ein Konzert

Auf drei rund einstündigen Führungen am Sonntag, 8. Januar, um 12 Uhr, 13 Uhr sowie um 16 Uhr dürfen Interessierte nicht nur einen näheren Blick auf, sondern auch in die Orgel werfen. Mit einem speziellen Orgelschlüssel öffnet Tatiana Baumann Radkewitsch das Orgelgehäuse und zeigt das „Innenleben“ der Orgel mit ihren 2004 Pfeifen und der mechanischen und elektrischen Registratur. „Dabei müssen wir sehr vorsichtig sein und dürfen auch nichts berühren, da die Orgelpfeifen sehr empfindlich sind“, erklärt sie. Selbstverständlich wird die Kirchenmusikerin, die „ihr“ Instrument mittlerweile in- und auswendig kennt, nicht nur viel Spannendes erzählen sondern auch gerne alle Fragen zur Orgel beantworten. Am Schluss der Führung dürfen die Teilnehmenden auch selber einmal probieren, den Orgelpfeifen einen Ton zu entlocken oder ein kleines Stück zu spielen.

In ihrer ganze Klangvielfalt erleben kann man die Orgel dann am Neujahrskonzert, das am gleichen Tag um 17 Uhr in der Antoniuskirche beginnt. Es spielt der bekannte Berufsmusiker Tobias Willi, der sich nicht nur als Organist der Zürcher Johanneskirche sondern auch als Solist an Konzerten im In- und Ausland einen Namen gemacht hat. Die Musik des 19. bis 21. Jahrhunderts bildet einen Schwerpunkt seines Wirkens; wovon zahlreiche Uraufführungen zeugen. Der Professor für  künstlerisches Orgelspiel und Improvisation an der Zürcher Hochschule der Künste spielt am 8. Januar in Wallisellen André Fleury, Johann Sebastian Bach, Stephen Hough, Louis-Claude Daquin, Olivier Messiaen und Gaston Litaize.

Sowohl die Teilnahme an einer der Führungen als auch der Eintritt für das Neujahrskonzert sind kostenlos und es ist für beides keine Anmeldung nötig.